Berufsschulzentrum Kronach

Der Landkreis Kronach plant den Abbruch und Neubau der Berufsschule in Kronach. Unser Entwurf für das neue Berufsschulzentrum Kronach begreift die Schule nicht als reines Funktionsgebäude, sondern als architektonisches Statement mit starker Identität. Flexibilität, Sichtbarkeit und Austausch bestimmen das räumliche Konzept.

Zwischen 2004 und 2024 hat sich die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen in Deutschland fast verdoppelt. Die Berufsgruppen mit den größten Fachkräftelücken werden alle im BSZ Kronach ausgebildet. Umso wichtiger ist eine zeitgemäße, inspirierende Lernumgebung.

Ein offenes Haus-in-Haus-Prinzip gliedert die Berufsgruppen in eigenständige Cluster. Über flexible Zonen, kommunikative Lufträume und geschossübergreifende Freitreppen entstehen Verbindungen, die das soziale Miteinander über Fachbereiche hinweg fördern.

Als vertikale Achse verknüpft die zentrale Mittelzone – das Leitmotiv „Wirbelsäule“ – alle Etagen. Flexible Lernboxen integrieren sich in das Raster und schaffen funktionale, klare Strukturen. Die Fassade folgt diesem modularen Prinzip und unterstützt den offenen, durchlässigen Charakter des Hauses sowie effiziente Abläufe und damit auch eine wirtschaftliche Umsetzung. Das Gebäude basiert auf einem modularen Grid: wirtschaftlich, nachhaltig und anpassbar. Die Konstruktion ermöglicht Flexibilität in Nutzung und erlaubt eine klare Zuordnung der Nutzungsbereiche.

An einem städtebaulich sensiblen Ort gelegen, öffnet sich der Neubau zur Stadt. Ein südlicher Vorplatz mit Café und öffentlichen Bereichen wird zum aktiven Treffpunkt für Schüler:innen, Lehrende und Bürger:innen – der Campus als integrierter Teil des Stadtraums. Zukunftsweisend ist das Projekt auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Raumökonomie. Eine architektonische Struktur, die mitwächst – funktional, sozial und städtebaulich.

© Telluride Architektur
Axonometrie | Haus-in-Haus-System.
Schematischer Schnitt.
Modulares Rastersystem: Ein Haus des Lernens.