- Projekt
Labor- und Verwaltungsgebäude für das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt, LAV Halle
- Bauherr:in: Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt
- Ort: Halle
- Größe: 16.500 m²
- Markt: Büro, Forschung
- Leistung: Architektur
Das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt (LAV) beabsichtigt den Neubau eines kombinierten Labor- und Verwaltungsgebäudes am Standort Halle (Saale). Ziel ist die Zentralisierung von bislang verteilten Fachbereichen und Verwaltungsstrukturen. Moderne Labor- und Büroflächen sollen die Arbeitsprozesse bündeln und zugleich soll der Neubau hohe Anforderungen an Schallimmissionsschutz, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz erfüllen.
Unser Konzept verfolgt eine klare funktionale Ordnung mit einer Trennung der Nutzungsbereiche nach außen wie nach innen. Im Inneren überzeugt das Gebäude durch eine stringente Organisation, die sowohl funktionale wie auch ästhetische Ansprüche optimal erfüllt.
„Nachhaltigkeit und Flexibilität prägen den architektonischen Entwurf“
Der Neubau gliedert sich in zwei Hauptzonen: einen westlich gelegenen Laborbereich und einen östlich orientierten Verwaltungstrakt. Beide Bereiche sind über eine klare Erschließungsstruktur miteinander verbunden. Der Haupteingang liegt an der Ostseite zur Straße „An der Fliederwegkaserne“ und führt Besucher sowie Mitarbeitende direkt in das zentrale Foyer. Die Außenanlagen und die Wegeführung orientieren sich am betrieblichen Ablauf und schaffen eine funktionale Trennung zwischen Laborlogistik und Verwaltung.
Die Fassadengestaltung betont die funktionale Gliederung des Gebäudes in Materialität und Ausdruck. Der Laborbereich zeigt sich technisch geprägt aus Keramik in warmem Weiß, der Verwaltungsbereich als Holzbau mit karbonisierter Holzfassade. Ein durchgängiges Fassadenraster verbindet beide Bereiche optisch. Dabei stehen Langlebigkeit, Wiederverwertbarkeit und eine präzise Trennung der Fachbereiche innerhalb des LAVs im Vordergrund. Ein flexibles Raumkonzept erlaubt spätere Anpassungen oder Erweiterungen. Der westliche Teil ist als Stahlbetonskelettbau konzipiert und erfüllt die Anforderungen für Labore der Schutzstufen 1 bis 3. Dagegen ist der Verwaltungstrakt ein nachhaltiger Holzbau. Im Untergeschoss befinden sich Technikräume und Archive, ergänzt durch eine Dachzentrale für gebäudetechnische Anlagen. Die Planung erfüllt die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sowie die Kriterien des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB).
Die Herausforderung an den Schallschutz bestehen in der Einhaltung von festgelegten maximal zulässigen Schallemissionen der technischen Anlagen des Gebäudes auf die Umgebung. Diese Anforderungen ergeben sich aus Geräuschkontingentierungen einzelner Teilflächen der Liegenschaft und waren integraler Bestandteil des Planungsprozesses. Der kompakte Baukörper fügt sich mit seiner rechteckigen Grundform harmonisch in das städtebauliche Umfeld ein. Ohne benachbarte Gebäude zu überragen, wahrt er die Maßstäblichkeit der Nachbarschaft. Die Anordnung des Baukörpers berücksichtigt eine mögliche spätere Erweiterung im Norden, sodass perspektivisch ein vollständiges Carrée als Gebäudeensemlbe am Standort entstehen kann.
Joel Hahn
Geschäftsführender Gesellschafter