Der Simulierte Mensch Berlin – interdisziplinäre Forschung in zukunftsweisender Architektur

Interdisziplinär, öffentlich, zukunftsweisend: Am 22. April wurden die beiden Forschungszentren „Der Simulierte Mensch“ (Si-M) und das „Berlin Center for Advanced Therapies“ (BeCAT) feierlich eröffnet. Vor namhaften Vertreter:innen aus Wissenschaft, Gesundheit und Politik – darunter Bundesministerin Dorothee Bär sowie Dr. Ina Czyborra von der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, wurde die Bedeutung des Projekts eindrücklich unterstrichen. Mit dem Forschungsbau „Der Simulierte Mensch“ (Si-M) hat Telluride Architektur ein Gebäude geschaffen, das nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht, sondern auch architektonisch zukunftsweisende Maßstäbe setzt. In dem ersten Gebäude auf dem neuen Campus für Bio- und Medizintechnologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Technischen Universität Berlin werden Wissenschaftler:innen an der Schnittstelle von Technik und Medizin die Simulation menschlicher Organfunktionen ohne Tierversuche erforschen.

Die gemeinsame Forschungsplattform der TU Berlin und der Charité bildet das zentrale Element des neuen Campus für Bio- und Medizintechnologie und zählt zu den bedeutendsten aktuellen Forschungsprojekten im Bereich der Biomedizin und Medizintechnik. Ein Schwerpunkt der Forschung ist die Entwicklung von „Multi-Organ-Modellen“: Mithilfe von 3D-Bioprinting und Multi-Organ-Chips entstehen realitätsnahe Modelle des menschlichen Körpers, die helfen, Krankheiten besser zu verstehen, neue Therapien zu entwickeln und Tierversuche langfristig zu ersetzen. Auf rund 7.000 Quadratmetern stehen zukünftig Labore, Büros und Begegnungsräume für etwa 150 Wissenschaftler:innen beider Institutionen zur Verfügung – alles darauf ausgelegt, dass diese dort in gemischten Teams an der Schnittstelle von Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften zusammenarbeiten können.

„Der Si-M ist eine Blaupause für eine neue Art von Forschungsbau. Neue Zeiten erfordern manchmal neues Denken und Überdenken von klassischer Planung“, sagt Prof. Dr. Andreas Thiel, Mitgründer des „Simulierten Menschen“ und Leiter der Arbeitsgruppe „Regenerative Immunologie und Altern“ an der Charité.

Der Si-M wurde konsequent in Analogie zu seinem Forschungsgegenstand als lebendiger „Organismus“ konzipiert: Funktionsbereiche sind wie Zellen vernetzt, Technologieplattformen und Begegnungsbereiche fungieren als Zellkerne, die Fassade als schützendes Gewebe. Die Fassade aus fünf verschiedenen Glasfaserbeton-Elementtypen reagiert präzise auf programmatische, funktionale und umwelttechnische Anforderungen. Im Inneren beeindruckt zunächst das zentrale, rund 22 Meter hohe Atrium, das den Blick unmittelbar nach oben lenkt. Architektonischer Mittelpunkt: die geschwungene runde Treppe, die sich objektgleich über alle fünf Stockwerke zieht. Offene Laborstrukturen, kurze Wege zwischen Disziplinen und gemeinsam genutzte Technologieplattformen machen den Bau selbst zum integralen Bestandteil des wissenschaftlichen Prozesses. Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss sind vollständig öffentlich zugänglich. Hier befinden sich das Theatron als Begegnungsstätte, eine Cafeteria sowie Patientendienste für den translationalen Austausch zwischen Klinik und Labor. In den oberen Geschossen sind Büros und Labore für Forschung untergebracht. Der Neubau wurde nach Kriterien des energieeffizienten und ressourcenschonenden Bauens geplant und wird nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) zertifiziert.

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, dem Land Berlin, sowie Partner:innen aus Wissenschaft und Wirtschaft freut sich Telluride Architektur, mit dem Si-M ein Umfeld geschaffen zu haben, das den Transfer von Forschung in die Anwendung beschleunigt.

 

Mehr zum Projekt
Pressemitteilung der Charité – Universitätsmedizin Berlin

© Telluride Architektur
© Telluride Architektur | Foto: Werner Huthmacher
© Telluride Architektur
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© Telluride Architektur | Foto: Werner Huthmacher