- Projekt
Chemie und Chemische Biologie Dortmund
- Bauherr:in: TU Dortmund / Land Nordrhein-Westfalen (vertreten durch BLB NRW)
- Ort: Dortmund
- Größe: 13.200 m²
- Markt: Bildung, Forschung
- Leistung: Architektur
Der BLB NRW realisiert als Bauherr:in das Gebäude FWW 3 – ein Projekt, das Flexibilität und Zukunftsfähigkeit in den Mittelpunkt stellt. In direkter Nachbarschaft zu den naturwissenschaftlichen Instituten der TU Dortmund entsteht ein neues Zentrum für Forschung und Lehre, das Chemie und Chemische Biologie räumlich und funktional vernetzt.
Das Entwurfskonzept fokussiert sich auf die Verbindung von molekularer Forschung und gebauter Architektur. Die funktionale Gliederung ermöglicht es, unter anderem supramolekulare Strukturen zu erforschen, deren molekulare Geometrien die lichtgespeiste Ladungstrennung ermöglichen und damit den Weg zu künstlicher Photosynthese und solaren Brennstoffen ebnen.
„Wo molekulare Nanoarchitektur auf gebaute Architektur trifft.“
Der Neubau greift die Kubatur der Bestandsbauten entlang der Otto-Hahn-Straße auf und formuliert mit einer prägnanten Sockelzone ein verbindendes Element im heterogenen Campusgefüge. Die funktionale Gliederung spiegelt sich konsequent in der Architektursprache wider: Im massiven Sockel sind die belebten, kommunikativen Funktionen wie Hörsäle, Seminarräume und Cafeteria verortet – Orte der Begegnung und des lebendigen Austauschs.
Die zurückgesetzten Obergeschosse beherbergen die ruhigen Laborbereiche, die präzises, konzentriertes Arbeiten ermöglichen. Lehrflächen und Labore im Erdgeschoss werden durch ein vielseitig nutzbares Foyer, Cafeteria und flexibel zonierbare studentische Arbeitsbereiche ergänzt. Offenheit und Transparenz fördern den interdisziplinären Austausch, während differenzierte Rückzugsorte konzentriertes Arbeiten ermöglichen.
Gestalterisch schlägt das Gebäude eine Brücke zur Industriegeschichte des Ruhrgebiets: Klinker als geerdete Basis trifft auf einen aufstrebenden Stahlbau. Ziegel, Sichtbeton und Holz prägen Atmosphäre und Materialität, warme Rot- und Brauntöne ziehen sich von Signaletik bis ins Interior. Die oberen Geschosse stehen mit Transparenz, Leichtigkeit und modularer Struktur für Zukunftsfähigkeit und Wandel.
Der Neubau wird zu einer Neuinterpretation vom Förderturm der Kohle hin zum ‚Förderturm‘ des Wissens und setzt damit einen starken Impuls für den Campus. Die innere Struktur ist konsequent flexibel und auf zukünftige Entwicklungen in Forschung und Lehre ausgelegt – die Ausführung wird in Richtung Modulbau offengehalten, um maximale Anpassungsfähigkeit zu gewährleisten.
Hubert Juranek
Geschäftsführender Gesellschafter